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"Start mit Swing und Broadway-Sound"

FREITAL
Eine Big Band stimmte am vergangenen Wochenende im Stadtkulturhaus einen weiteren Jahrgang der
"Guten Laune" ein.

Es gibt noch Überraschungen in der Langzeitserie „Gute Laune". Zum Auftakt des-43. Jahrganges hatte die traditionsreiche Freitaler Spielstätte in der Lutherstraße eine Big Band aufgeboten. Das hatten wir seit einer Ewigkeit nicht mehr. Bezahlbare große Orchester, die sich der Unterhaltungsszene verpflichtet fühlen, sind längst selten geworden.
Zu den wenigen Ausnahmen zählt die SWS-Band.
SWS steht für Süd-West-Sachsen, ein geografischer Winkel, in dem Größen von Bühne und Film zu Hause waren. Etwa Ralph Arthur, Roberts, der Mann mit dem Eulenblick, der sich vor 1OO-Jahren die Hamburg-Hymne „Auf der Reepberbahn nachts um halb Eins" einfallen ließ, oder Weltstar Gert Fröbe, der James Bond das Leben schwermachte, oder Hitkomponist Werner Bochmann („Die kleine Stadt will schlafen gehen", „Heimat, deine Sterne").
Die von Peter Pfeiffer geleitete Band darf sich durchaus in die Galerie Meeraner Prominenz einreihen.
Dem 1998 gegründeten Klangkörper, der mit Vorliebe der maßgeblich von Glenn Miller, George Gershwin und Duke Ellington bestimmten Swingära dient, gehören einige Musiker an, die schon in Fips Fleischers legendärem Team den Ton mit angaben. Im Übrigen sind alle Ensemblemitglieder perfekte Musikanten.16 Herren und eine Dame, die mit offensichtlicher Begeisterung und präzis dynamischem Spiel Broadwaysound und Evergreens wie „San Francisco" und „New York, New York", hausgemacht arrangiert, präsentierten.
Für viele, der leider nicht allzu vielen Zuschauer ein mit dankbarem Beifall bedachtes Klangerlebnis.
Als Star des Konzerts lieferte der aus dem Thomanerchor hervorgegangene Leipziger Sänger Hans Jürgen Beyer einen weiteren überzeugenden Beweis dafür, dass er nach wie vor eine Klasse für sich ist. Für manchen sicher erstaunlich, dass der inzwischen 63-jährige Künstler nicht nur wie in seinem 38 Jahre alten Erfolgshit „Tag für Tag" tenoralen Glanz entfachte, von dem viele Vertreter seiner Branche allenfalls träumen können.
Er ist auch für jazzige Titel der richtige Mann. Aggressiv, stimmlich bestens, ausdrucksstark und temperamentgeladen heizte er im kongenialen Zusammenwirken mit SWS die Stimmung an.
Um die Moderation bemühte sich mit witziger Sachlichkeit Bodo Riesner, der Mann am Schlagzeug.
Nächste Folge der „Guten Laune" am 17. November. 17 Uhr: „Schlagercafe", ein Showprogramm mit Musik, Artistik und Ballett.

Quelle: Sächsische Zeitung
Text: Heinz Fiedler
Bild : Thomas Gäbler